Der Chor der Nixen

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Chor der Nixen

Ihr glücklichen Kinder
Schlürft das Vergnügen;
Bald wird es versiegen;
Ein langer Winter
Rafft es dahin.
Euer Sinn
Schaut nicht vorwärts,
Schaut nicht zurück.
Vergängliches küßt ihr,
Sorglos genießt ihr
Den Augenblick.

Wir können nicht lieben;
Von Wind und Wellen
Umhergetrieben,
Bis wir zerschellen,
Ward uns als Leben
Nicht mehr gegeben
Als euch im Traum.
Wunschlos entstehen wir,
Wunschlos vergehen wir
Wieder zu Schaum.



Frank Wedekind, 1864 - 1918





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Im Wald ...

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Durch die wolkige Maiennacht
Geht ein leises Schallen,
Wie im Wald die Tropfen sacht
Auf die Blätter fallen.

Welch ein ahnungsreicher Duft
Quillt aus allen Bäumen!
Dunkel webt es in der Luft
Wie von Zukunftsträumen.

Da, im Hauch, der auf mich sinkt,
Dehnt sich all mein Wesen,
Und die müde Seele trinkt
Schauerndes Genesen.

Müde Seele, hoffe nur!
Morgen kommt die Sonne
Und du blühst mit Wald und Flur
Hell in Frühlingswonne.


Emanuel Geibel, 1815 - 1884








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Sonogno - Val Verzasca


Ganz am Ende des wunderschönen Verzasca Tal in den Schweizer Alpen, wenn die Straße wirklich nicht mehr weitergeht, liegt das verschlafene und zum Glück autofreie Dörfchen Sonogno mit seinen urigen Steinhäusern.













Holz ist hier stets ein sehr knapper Baustoff gewesen und darum kann man sehen mit welchem Einfallsreichtum und Geschicklichkeit hier Stein eingesetzt wurde.






 










Diese Bilder sind alle im Mai 2016 entstanden, als der letzte Schnee noch in den Bergen lag, aber die Wiesen und Hänge bereits überschäumten von Blumen und Kräutern. Ein wahres Kleinod für Wanderer und Fotografen diese Region, nicht überlaufen und landschaftlich, ebenso wie kulinarisch einfach grandios. 


„Glück ist Liebe, und nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich.“

Hermann Hesse






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Willkommen Mai!

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Mai

Der Flieder am Tor
dringt rötlich hervor,
das himmlische Blau
erduftet im Tau.

Noch blendets vom Blühn,
schon rieselt es grün
und flimmert und bebt,
von Licht überschwebt.

O seliger Mai
und morgen vorbei:
ein trunkener Zug,
ein blitzender Flug!


Richard von Schaukal, 1874 - 1942



Schöner kann der Frühling nicht mehr werden als in diesen ersten Tagen im Monat Mai. Leicht und zart, frisch grün und überschäumend vor Lebensfreude, so ist er, mein Lieblingsmonat.

Ich wünsche euch allen einen herrlichen Mai.


isabella 

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