Hallo lieber Gast

Hallo lieber Gast, willkommen in den klaren Weiten im Norden Deutschlands, begleite mich auf meinen Pfaden durch die Natur, Ausflügen und Reisen, auf der Suche nach Ruhe und Anregung. Entdecke mit mir Linien und Freiräumen, die die Perspektiven, die Vielfalt der Farben und Formen dieser Welt und unserer Natur uns bieten und genieße Momente der Nachdenklichkeit, Poesie und philosophischen Worte großer Dichter und Denker, manchmal auch meine eigenen lyrischen Texte dazu.

Schön, dass Du Dir die Zeit genommen hast - wunderbar, Dich hier zur wissen!

" Ich muss mich ganz im Stillen mit meiner Außenwelt reiben,. sonst werde ich untauglich für die Welt."

- Paula Modersohn-Becker

Vollkommenheit

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Ich weiß, ich wiederhole mich, aber es gibt sie wahrlich, diese einzigartigen Augenblicke, die vom Zufall geprägt sind und meist nur von sehr kurzer Dauer sind. 





Eben solch einen Moment erlebten wir, als wir an diesem Herbstmorgen auf unserer Rückfahrt vom schönen Engadin durch die Schweiz waren und uns plötzlich dieser unverhoffte Anblick eröffnete. 







Der Winter ist die Sünd, die Buße Frühlingszeit,

Der Sommer Gnadenstand, der Herbst Vollkommenheit.



Angelus Silesius, 1624 - 1677




Nun, bei der Sache mit dem Winter und dem Frühling kann ich dem Angelus Silesius nicht wirklich recht geben, aber bei Sommer und Herbst stimme ich ihm aus ganzem Herzen zu. 






Da muss man doch einfach anhalten, den Anblick in all seiner Grandiosität tief genießen und versuchen, wenn auch nur versuchen, all die Herrlichkeit in einigen Bildern festzuhalten. 





Der Silser See ist der größte und landschaftlich schönste der drei Oberengadiner Seen. Von Lärchenwäldern gesäumt, bietet er vor allem im Herbst, wenn die Bäume ihre goldene Herbstfärbung angenommen haben und man dann noch solch herrliches Wetter hat wie wir an diesem Morgen, einen unvergleichlichen Anblick. 




Ganz See, ganz Mittag, ganz Zeit ohne Ziel, 

dichtete Nietzsche am Ufer des Silsersees. 


Hier kommen Geist und Seele zur Ruhe. Mal spiegelt der See messerscharf die umliegenden Berggipfel, mal wühlt der hartnäckige Malojawind die rund vier Quadratkilometer große Wasserfläche auf. 

Copyright: Sils.ch 





So war es auch bei uns. Erst zeigte der See eine schier unglaubliche Spiegelung, doch da wir erst anhalten und einen Parkplatz finden mussten, war dieses Schauspiel schon wieder vorbei, und der leichte Wind kräuselte die Oberfläche des Sees.



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Nichtsdestotrotz, zählt dieser ganz besondere Schweizer Augenblick zu einem der wunderbarsten Naturereignisse in meinem Leben. 


Ich wünsche euch allen einen gemütlichen, genussvollen November mit vielen kleinen und großen lebens- und erinnerungswerten Augenblicken.  


Herzlichst eure,




Isabella 



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Herbst, Hermannsdenkmal, stille Wege und ein Gedicht

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Heute ging es an diesem stillen Herbsttag mal in unser benachbartes Bundesland Nordrhein-Westfalen. Wir wollten uns das berühmte Hermannsdenkmal mal wieder aus der Nähe anschauen.  





Das Hermannsdenkmal steht in der als Großer Hünenring bekannten Ringwallanlage auf der stark bewaldeten, 386 Meter hohen Grotenburg, in der Nähe des Ortsteils Hiddesen, auf dem Gebiet der Stadt Detmold in Nordrhein-Westfalen, im südlichen Teutoburger Wald.




Trotz des herbstlich trüben Wetters hatte man von hier oben einen weiten Blick ins Umland. Da die Herbstfärbung bereits in vollem Gange ist, sah alles mit dem leichten Nebel noch einmal so schön aus. 





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Herbst

Der du die Wälder färbst,
Sonniger, milder Herbst,
Schöner als Rosenblühn
Dünkt mir dein sanftes Glühn.

Nimmermehr Sturm und Drang,
Nimmermehr Sehnsuchtsklang;
Leise nur atmest du
Tiefer Erfüllung Ruh.

Aber vernehmbar auch
Klaget ein scheuer Hauch,
Der durch die Blätter weht,
Daß es zu Ende geht.

Ferdinand von Saar, 1833 - 1906







Stille Wege, außer fallenden Regentropfen und Blättern, hatten wir das weitläufige Areal ganz für uns alleine. 





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Klagt nicht, Wildgänse –
überall ist’s dieselbe
vergängliche Welt.

- Kobayashi Issa, 1763–1828







Zaghafte Versuche der Abendsonne, sich durch die Wolken zu kämpfen, die jedoch nur von kurzer Dauer waren. 






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Der Erbauer Ernst von Bandel ging nach damaliger Forschungslage noch davon aus, dass die Varusschlacht im Teutoburger Wald stattgefunden hatte. Die Wahl fiel allerdings aus praktisch-ästhetischen Gründen auf die Grotenburg. Der lippische Fürst wollte den Bauplatz nur unter der Bedingung zur Verfügung stellen, dass das Denkmal auf der Berghöhe errichtet würde, da es von dort aus weithin über Lippe sichtbar wäre. Mittlerweile ordnen die meisten Archäologen die Fundregion Kalkriese in Niedersachsen als den wahrscheinlichsten Ort der Schlacht ein.






Ist man erstmal bei dem Denkmal angekommen, wirkt es viel größer, als erwartet. Obwohl es schon bei der Anfahrt weit über die Höhenzüge hinausragt. 






Mit seiner Gesamthöhe von 50 Metern ist es wahrlich beeindruckend. Der Unterbau aus roh behauenem Osning-Sandstein mit seinen zehn Pfeilern und Nischen, die als "Ruhmeshalle" für berühmte deutsche Dichter angedacht waren, ist so nie vollendet worden. 





Das Hermannsdenkmal erzählt von Arminius, von der Varusschlacht in der zweiten Hälfte des Jahres 9 nach Christus, vom Nationalgefühl des 19. Jahrhunderts, von regionaler Identität und von der Frage, wie Geschichte im öffentlichen Raum dargestellt wird. Es ist ein Denkmal, das bis heute beeindruckt, aber auch zum Nachdenken einlädt. Gerade diese Mischung macht den Ort so interessant.






Mit einer Figurhöhe von 26,57 Metern und einer Gesamthöhe von 53,46 Metern ist das Hermannsdenkmal die höchste Statue Deutschlands und war von 1875 bis zur Errichtung der Freiheitsstatue 1886 die höchste Statue der westlichen Welt. Seit 1985 steht die Gesamtanlage unter Denkmalschutz.






Kurz nach dem Baubeginn des Hermannsdenkmals erschien 1844 Heinrich Heines Werk "Deutschland. Ein Wintermärchen", in dem sich folgende Aussage findet:



Wenn Hermann nicht die Schlacht gewann /
mit seinen blonden Horden /
so gäb’ es die deutsche Freiheit nicht mehr /
wir wären römisch geworden!






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Weit reicht der Blick bis zum gegenüberliegenden Höhenzug namens Gauseköte, einem Gebirgspass des Teutoburger Waldes zwischen Detmold und Schlangen. Die Windenergieanlagen dort drüben haben eine Höhe von bis zu 250 Metern und es sollen noch viele mehr entstehen. Das Projekt ist sehr umstritten, zumal das berühmte Denkmal bereits von Windkraftanlagen umgeben ist. 






Bevor das karge Herbstlicht restlos verschwunden ist, begeben wir uns zum Parkplatz. Wartet doch ein nettes Restaurant auf unseren Besuch. 






Als wolle er sich entschuldigen für den grauen Tag, lässt der Himmel den Rand noch ein letztes Mal an diesem Tag auflodern in den unglaublichsten Farben. 









Bewusst habe ich in diesem Post auf die widersprüchlichen Bedeutungen verzichtet, die dieses Denkmal seit seiner Entstehung erfahren hat. Uns dient es als herbstliches Ausflugsziel und Gelegenheit unsere "alte Heimat", das Lipperland, mal wieder zu besuchen. Wir haben dort in den 90er Jahren eine wirklich gute Zeit verbracht. 






Auf dem Heimweg nach Niedersachsen erwartete uns im Restaurant unser reservierter Tisch mit einem überaus köstlichen Herbstmenü. 



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Das war er nun, der Monat Oktober, anno 2026. Ich wünsche euch einen guten gruselfreien Ausklang und einen perfekten Start in den November. 


Herzlichst eure, 


isabella 





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