Hallo lieber Gast

Hallo lieber Gast, willkommen in den klaren Weiten im Norden Deutschlands, begleite mich auf meinen Pfaden durch die Natur, Ausflügen und Reisen, auf der Suche nach Ruhe und Anregung. Entdecke mit mir Linien und Freiräumen, die die Perspektiven, die Vielfalt der Farben und Formen dieser Welt und unserer Natur uns bieten und genieße Momente der Nachdenklichkeit, Poesie und philosophischen Worte großer Dichter und Denker, manchmal auch meine eigenen lyrischen Texte dazu.

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" Ich muss mich ganz im Stillen mit meiner Außenwelt reiben,. sonst werde ich untauglich für die Welt."

- Paula Modersohn-Becker

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Barocker Herbst - Schloss Hundisburg

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In Sachsen-Anhalt prägen historische Bauwerke das Land. Weithin sichtbare Höhenburgen, weitläufige Schlossanlagen und romanische Zeugnisse aus der Zeit der Ottonen stehen dicht beieinander. Ihre Mauern erzählen von Jahrhunderten der Veränderung, vom Leben unter wechselnden Herrschaften und vom Wandel architektonischer Stile.


Zwischen Harz, Saale und Elbe begegnet man Orten, an denen Geschichte nicht nur sichtbar bleibt, sondern erfahrbar wird. Viele wurden behutsam restauriert, andere bewahren ihren ursprünglichen Zustand – mit sichtbaren Zeichen vergangener Epochen. Gemeinsam bilden sie ein Netz aus Spuren, das weit zurückreicht – bis in die Anfänge des mittelalterlichen Reichs.




Unser heutiges Ziel ist Schloss Hundisburg, das am Nordrand der Magdeburger Börde liegt. Die Wurzeln und Ursprünge des Schlosses reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. Erste urkundliche Erwähnung im Jahr 966 als Hunoldesburg. Im Mittelalter diente die Anlage als Grenzfeste des Erzbistums Magdeburg. 

weiterführende Unterseiten! 


Der Wirtschaftshof der Burg ist wie durch ein Wunder fast unversehrt erhalten. 



Schon in frühester Zeit hatte die Burg einen ihrer hochrangigsten Besucher mit Kaiser Otto IV. der 1214 die Burg belagerte. 

1472 gelangte die Burg in den Besitz der Familie Alvensleben und verblieb für fast 360 Jahre in ihrem Besitz. 1566 - 1602 baut Ludolf X von Alvensleben die Hunoldesburg zum Renaissanceschloss aus. Parallel dazu wird der sogenannte Alte Lustgarten vor dem Magdeburger Tor neu angelegt.




Das Innere des Schlosses konnten wir leider nicht besichtigen, da es nur an Sonntagen für die Öffentlichkeit zugänglich ist, es sei denn, man hat eine private Führung vereinbart. Was wir leider nicht hatten. 



So trösteten wir uns mit einem ausgiebigen Rundgang durch die barocke und prachtvoll restaurierte Parkanlage, die zu den ältesten klassisch-französischen Gärten Deutschlands zählt. Auch sie wurde ab 1699 von Hermann Korb für Johann Friedrich II. von Alvesleben angelegt. 

Leider kann man auch hier bereits, die Auswirkungen und Schäden des Buchsbaumzünselers deutlich erkennen. Für die mühevoll wiederhergestellte Barockanlage ist es wirklich ein Jammer und ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum nicht mehr dagegen getan wird. Ich habe selbst seit über 20 Jahren einen Buchs-Garten und weiß, dass es zwar nicht einfach, aber möglich ist, ihn zu erhalten. 





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Apropos Besuch, in dem nur noch knapp mit Wasser gefüllten zentralen Springbrunnen saß ganz ohne jede Scheu ein Frosch und träumte vom vergangenen Sommer.






Ein Frosch

Ein Frosch – denkt Ihr, der sei gewöhnlich?
Doch dabei habt Ihr weit gefehlt.
Denn es ist, wie im richtigen Leben,
wo nicht nur äußere Schönheit zählt.



Mit goldnem Krönchen er regiert,

oft ganz versteckt im Märchenwald,
verwunschne Quellen, reich verziert,
wo Nymphen oder in Gestalt


von Nixen Zauberwesen leben.

Uns gut bekannt aus Kindertagen.
Sie sollen Träumen Hoffnung geben.
Wird uns erzählt in alten Sagen.


In manchen Fröschen wir vermuten,

hält sich ein kleiner Prinz versteckt.
Der wendet alles dann zum Guten,
erfüllt manch edlen anderen Zweck.

Und drum sind Frösche nicht banal,

nicht glitschig, grün und oft auch feucht,
sie haben auch in großer Zahl
versteckte Werte, wie es deucht!









Weiter mit noch ein wenig Schloss-Geschichte:

1630 gegen Ende des 30-jährigen Krieges ist das Schloss so in Mitleidenschaft gezogen worden, dass es nicht mehr bewohnbar ist, wird bis 1654 allerdings wieder aufgebaut. 






In der Zeit von 1693 - 1712 lässt Johann Friedrich II. von Alvensleben Schloß Hundisburg nach dem Vorbild Salzdahlums in ein grandioses Barockschloss verwandeln. Bauausführender Architekt ist der Braunschweiger Landbaumeister Hermann Korb. Ihm ist auch zu verdanken, dass der mittelalterliche Teil der Burganlage nicht abgerissen wurde, sondern geschickt in das neue Erscheinungsbild einbezogen wurde. Der markante Südturm erhielt dabei im Jahr 1659 seine charakteristische „welsche Haube“ (Zwiebelhaube), die das Schlossbild bis heute prägt.
  




Berühmte Besucher der unter Aufsicht des Landbaumeisters Herman Korb gestalteten Räume waren u.a. die Preußenkönige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. Auch Leibniz durchschritt einst das Corps de logis, dessen barocke Raumfolge durch einen verheerenden Brand nach der Einquartierung sowjetischer Truppen im Jahr 1945 weitgehend zerstört wurde. Die Wirtschaftsgebäude  blieben verschont und dienten in der DDR einem volkseigenen Gut. Trotz einiger Versuche in den 1960er Jahren, die Gebäude zu sanieren, verfiel das gesamte Anwesen.




Mit der Wende beginnt eine fruchtbare Umbruchzeit, in der der Wiederaufbau des Schlosses und die Rekonstruktion des Barockgartens eingeleitet werden können und die in der Übernahme von Schloss und Garten Hundisburg in das Eigentum der Stadt Haldensleben 1995 mündet. 1993 wird die erste Sommermusikakademie aus der Taufe gehoben.






In den letzten 20 Jahren ist das bemerkenswerte Innere des Schlosses generalsaniert worden und soll, laut Broschüren im alten Glanz erstrahlen. Wir werden es sicherlich in den nächsten Jahren selbst in Augenschein nehmen. 






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Ich bin immer, auch im Leben, für Ruhepunkte.
Parks ohne Bänke können mir gestohlen werden.

- Theodor Fontane, 1819 - 1898








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Nun, Bänke zum Ausruhen und Genießen gibt es reichlich in dieser schönen Anlage. Und so lassen wir den Tag vor der Heimfahrt noch entspannt ausklingen. 






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Die Ruhe, die der Geist genießt, wenn er sich selbst gemäß leben darf,

 ist das einzig wahre, unzerstörbare Glück.


- Malwida von Meysenbug, 1816 - 1903




Mit einem letzten Rosengruß und dem verheißungsvollen Blick auf das schöne Türdetail möchte ich diesen Post beenden. 

  



Soviel zu diesem neuerlichen Burg-, bzw. Schlossbesuch in unserem Nachbarbundesland Sachsen-Anhalt. Und es gibt noch so viel mehr zu erkunden und zu entdecken. 


Herzlichst eure, 


isabella 



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Schloss Bothmer - eine Entdeckung

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Es gibt sie, diese ganz speziellen Tage, an denen sich einfach alles aufs Feinste fügt, selbst das Wetter, das wir nun wahrlich nicht nach unseren Wünschen gestalten können, passte an diesem herrlich Spätnachtmittag im April. 




Berühmt besonders für seine einzigartige Allee, beschlossen wir auf dem Rückweg von der Ostsee (sie liegt lediglich vier Kilometer nördlich von Schloss und Park) einen Abstecher auf unserem Heimweg dorthin zu unternehmen. 




Also, ich fand auch schon die zuführende Lindenallee nahezu magisch, besonders durch das tiefstehende Sonnenlicht, das die sich vor uns ausbreitende Szenerie in eine grandiose Stimmung tauchte. 




Aber da war der erste Blick auf die Festonallee und sie verdient ihre Stellung als eine der schönsten Alleen im Lande.




Das Gelände ist sehr weitläufig und war (wieder einmal zu unserem großen Glück!) so gut wie menschenleer. 






Schloss und Park sind eindrucksvoll in die Landschaft des Klützer Winkels eingebettet. Sie erstrecken sich auf einer Insel, die von einem geschlossenen Wassergraben nach niederländischem Vorbild umgeben ist. 








 Alle Entdeckungen sind nur rein geistige Wandlungen
und Verschiebungen der Erkenntnisbasis.


Franz Marc, 1880 - 1916






Schloss Bothmer in Klütz, Mecklenburg-Vorpommern, ist eine der bedeutendsten Barockanlagen Norddeutschlands, erbaut zwischen 1726 und 1732 von Reichsgraf Hans Caspar von Bothmer. Das als Herrenhaus konzipierte Schloss im englisch-holländischen Stil diente als Familiensitz, bevor es nach 1945 als Lazarett und Altersheim genutzt und schließlich aufwendig restauriert wurde.




Steht man auf dieser kleinen Brücke und wendet sich einmal herum, hat man exakt diesen wundervollen Ausblick auf die Festonallee.




Dieses 270 Meter lange Meisterwerk barocker Gartenkunst ist zeitgleich mit dem Schloss, ca. 1726 - 1736 erbaut und besteht aus kunstvoll gepflanzten und geschnittenen holländischen Linden, die einen Feston = franz. Girlande, bilden und den Eindruck vermitteln, als würden die Bäume sich an den Händen halten. 





Besonders wichtig für den Erhalt der Feston-Allee ist ein regelmäßiger Rückschnitt der Bäume, der ihre Gesundheit, Form und Lebensdauer erhält und verlängert. 





Nahezu verheißungsvoll führt die Allee den Blick hügelauf und verbindet auf einzigartige Weise das Schloss und den benachbarten Ort Holzumfelde, fügt die gesamte Anlage als Element in die umgebende herrliche Landschaft ein. 



Das Leben bedeutet eine fast lückenlose
Reihe gemeinsamer Entdeckungen.


Gerhart Hauptmann, 1862 - 1946





Wenden wir uns nun, bevor das Licht völlig verschwindet, dem wahrlich imposanten Schlossbau zu. Das Schloss wurde nach englischen und niederländischen Vorbildern für den in Diensten des englischen Königshauses stehenden Reichsgrafen Hans Caspar von Bothmer von 1726 bis 1732 als Stammsitz seiner Familie erbaut.








Das Barockschloss befindet sich am südlichen Ortsrand der nordwestmecklenburgischen Kleinstadt Klütz. Der denkmalgeschützte Komplex aus mehrflügeligem Schloss und rechteckiger Garteninsel bildet die größte erhaltene Barockanlage Mecklenburg-Vorpommerns.





Zwei Jahrhunderte lang gehörte dieses Schloss der Familie Bothmer – bis zu deren Enteignung 1945. Danach war es zunächst Kommandantur der Alliierten, diente dann in der DDR als Altenheim. Nach der Wende scheiterten mehrere Versuche, das marode Anwesen zu privatisieren. Schließlich übernahm 2008 das Land das gesamte Ensemble und ließ es mithilfe von EU-Geldern für insgesamt gut 36 Millionen Euro grundlegend sanieren.




Während im mittleren Gebäude, dem unten erwähnten Corps de Logis ein Museum eingerichtet wurde, dienen die beiden Seitenflügel einem Restaurant (das wir nicht besuchten) und als Veranstaltungslocation. 



Es war bereits viel zu spät, um an eine Besichtigung des Museums im Inneren des Schlosses zu denken, sodass wir uns für dieses Mal mit dem Genuss der architektonischen Strukturen im goldenen Abendlicht begnügen mussten. 




Das Corps de Logis bildet das Zentrum der Schlossanlage. Es ist ein zweigeschossiger Bau mit Walmdach auf einem niedrigen Kellersockel, Der Baukörper mit elf Fensterachsen ist 43 Meter breit und 14 Meter tief.





Der Erbauer, Reichsgraf Hans Caspar von Bothmer, war einer der mächtigsten Politiker seiner Zeit. Als äußerst erfolgreicher Diplomat bereiste er die wichtigsten Höfe Europas und wohnte zuletzt in London, Downing Street No 10. Von hier aus lenkte er den Bau des Schlosses im Klützer Winkel. Er selbst hat die Fertigstellung allerdings nicht mehr erlebt. 





Es ist sehr spannend, sich mit der Geschichte derer von Bothmar zu beschäftigen. Das Museum im Schloss widmet sich ausführlich dem wahrlich abenteuerlichen Leben des Reichsgrafen.


Wenn du die Zukunft vorauswissen willst,
so betrachte die Vergangenheit.

Aus Spanien







Aus der Gebäudemitte treten sowohl zur Hof- als auch zur Gartenseite ein dreiachsiger, übergiebelter Mittelrisalit hervor, zu dessen Portalen jeweils eine Freitreppe führt. Der Mittelrisalit trägt das Wappen der Bothmer und den Wahlspruch des Bauherrn in zwei Spruchbändern.




Der Baumeister des Schlosses, Johann Friedrich Künnecke, prophezeite, dass solange an dem Gebäude „…Stein Stein heißt…“ die Erinnerung an Bothmer unsterblich sein wird. Und tatsächlich – der Graf baute sich mit diesem Schloss sein eigenes Denkmal. Hoch oben über dem Eingang ließ er sein Wappen, seine Initialen und sein Motto in goldenen Buchstaben anbringen: „Respice Finem – Bedenke das Ende“. Nach rund 300 Jahren erinnern das goldene „Respice Finem“ und dieses prächtige Anwesen noch immer an Hans Caspar von Bothmer.







Auch die sehr großzügige und perfekt restaurierte Parkanlage haben wir an diesem Tag ausgelassen und uns für einen nächsten Besuch aufgespart. 










Nur sehr zögerlich konnten wir uns von diesem magischen Ort lösen. Sei es die Abendsonne, oder die völlige Ruhe und Abgeschiedenheit während unseres Besuches, wir waren und sind verzaubert und ein wenig wehmütig nach Niedersachsen zurückgefahren. 





Dieser kleine Film soll den Abschluss dieses umfangreichen Postings bilden, und ich hoffe, dass ich Euch gut unterhalten habe.



Ist es nicht wunderbar, wie viel es noch zu entdecken und zu erkunden gibt!! 


Liebe Grüße und genussvolle Pfingsttage, liebe Freunde und Besucher! 


isabella 


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