Hallo lieber Gast

Hallo lieber Gast, willkommen in den klaren Weiten im Norden Deutschlands, begleite mich auf meinen Pfaden durch die Natur, Ausflügen und Reisen, auf der Suche nach Ruhe und Anregung. Entdecke mit mir Linien und Freiräumen, die die Perspektiven, die Vielfalt der Farben und Formen dieser Welt und unserer Natur uns bieten und genieße Momente der Nachdenklichkeit, Poesie und philosophischen Worte großer Dichter und Denker, manchmal auch meine eigenen lyrischen Texte dazu.

Schön, dass Du Dir die Zeit genommen hast - wunderbar, Dich hier zur wissen!

" Ich muss mich ganz im Stillen mit meiner Außenwelt reiben,. sonst werde ich untauglich für die Welt."

- Paula Modersohn-Becker

Mein Norden - da ist nicht viel

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da ist nicht viel
so mitten drin im winterland
kein licht, kein grün 
nur weiß und schnee
der tröstend deckt
was schläft nicht weckt

und doch 
sind's kleine wunderzeichen
am dürren ast 
im trocknen gras
erwachend, wartend
zaghaft das lächeln
will nicht weichen

schon öffnet's spaltbreit 
die grauen türen 
lässt träume schlüpfen
ein herzschlag, zwei
mag's zuversicht
mag's leichtsinn schüren

nun es wird reichen
als trost bis morgen 
vielleicht bis übermorgen
doch dann bestimmt 









Es ist wahrlich ein Winterschlaf in diesem Jahr, ein Sich-zurückziehen, In-sich-gekehrt-sein und auch das fühlt sich gut an. 





Ich habe mich an ein altes Hobby erinnert, das Kreuzsticken, und festgestellt, dass es mir auch nach fast 20 Jahren Unterbrechung noch genauso viel Freude und Entspannung bereitet wie damals. Dieses Winter-Mustertuch stammt aus einer alten Verena von 1989 und stand schon damals auf meiner To-do-Liste.  Ich musste in der unteren Bordüre folglich die Jahreszahl von 1989 auf 2026 abändern. Das hat mich schon ein wenig sentimental gemacht, all die vielen Jahre… 




Verschwendete Zeit ist Dasein, gebrauchte Zeit ist Leben.

Edward Young, 1683 - 1765









Manch einem mag es ja langsam zu viel werden mit den Winterbildern; ich muss allerdings gestehen, dass es mich ein wenig beruhigt, dass es wieder richtige Winter bei uns in Norddeutschland gibt; jetzt, hier und nicht nur in der Erinnerung an meine Jugend in den 60er- und 70er-Jahren. 


Apropos kleine Zeichen, die findet man draußen im Augenblick nur schwerlich. Da ist es umso richtiger, sich einen kleinen Hoffnungsschimmer ins Haus zu holen. 





Zum Abschluss noch eine kleine, aber sehr profunde Weisheit:



Von Katzen versteht niemand etwas,
der nicht selbst eine Katze ist.

Natsume Sôseki, 1867 - 1916







Ich wünsche Euch eine schöne Woche. 

Winterliche Grüße, 


isabella 


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Angelbecksteich in Winterstimmung

 




Absolute Stille und nur das Tropfen von Bäumen, Nadeln und Zweigen empfing uns. 




Winterwege haben ihre eigenen Gesetze und Schönheiten; man/frau muss sich halt drauf einstellen und das passende Schuhwerk und die Augen für das Besondere dabei haben. 




Überraschend finde ich immer wieder, wie viele Farben der Winter zu bieten hat und welche neuen Perspektiven sich auf Wuchs und Form ergeben. 






early autumn ...
whispering leaves
like a new language



veredit©isabella.kramer






Da schimmert schon der wunderschön angelegte See durch das Geäst. Dieser Spaziergang im November beglückte uns noch mit dem herrlichsten Birkengold. 







Der kalte regnerische Tag hat für menschenleere Wege gesorgt, denn zur Heideblütenzeit ist es hier oft sehr lebhaft besucht. 




Wie nicht von dieser Welt wirkt der kleine Pavillon, von dem aus man herrlich das rege Wildvogeltreiben, das hier in der Heide stets herrscht,  beobachten kann. 




Sehen sie nicht aus wie Wächter aus Tolkiens Geschichten? 


Nicht wo du die Bäume kennst,
wo die Bäume dich kennen, ist deine Heimat.

Aus Sibirien






Dieser regnerische Wintertag hatte einen ganz besonderen Zauber, all dieses stille "Sterben der Natur"  um uns herum in ihrer Schönheit. Ich konnte mich gar sattsehen an den Spiegelungen, Strukturen und Farben. 







Winter

Nun hüllt in stille Wintertrauer
Die Erde sich mit ihrer Lust
Und nimmt zum Schutz vor kaltem Schauer
Die müden Kinder an die Brust.

Auf all die schlummernden Gestalten,
Daß sie kein eis'ger Hauch mehr schreckt,
Und um dem Lenz sie zu erhalten,
Hat Gott ein wärmend Kleid gedeckt.

Da liegen sie in holden Träumen
Am Herzen ihrer Mutter still,
Bis sie ein Ruf zu neuem Keimen,
Zu schönerm Los sie wecken will.


Franz Xaver Seidl, 1845 - 1892






Der Winter hat uns so recht im Griff, mal mehr, mal weniger verschneit, aber dennoch dauerhafte Temperaturen um den Gefrierpunkt. Bei der Durchsicht meiner Fotos der vergangenen 5 Jahre habe ich festgestellt, dass wir deutlich wieder kältere Temperaturen im Januar und Februar haben. 


Wer den Ort mal zur Heideblütezeite sehen möchte -> hier klicken  


Macht es euch gemütlich und genießt diese ruhige Zeit.  

Winterliche Grüße, 


isabella 


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Mein Norden - Geduld

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Winterlied (1821)


Geduld, du kleine Knospe 

Im lieben stillen Wald, 

Es ist noch viel zu frostig, 

Es ist noch viel zu bald. 


Noch geh ich dich vorüber, 

Doch merk ich mir den Platz, 

Und kommt heran der Frühling, 

So hol' ich dich, mein Schatz.


August von Platen-Hallermünde (Graf Platen) 



Anderes fordert meine ungeteilte Aufmerksamkeit und drum heute "nur" ein kleiner Gruß in Eure Woche. 
Bleibt geduldig, positiv und zuversichtlich, liebe Freunde. 


isabella

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Es ist Winter in meinem Norden - Silencio

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Stille hat der plötzlich Wintereinbruch mit sich gebracht. Ein Zustand, den ich am Winter besonders schätze. Von meiner Vorliebe für die blassen, müden Farben dieser Jahreszeit mal ganz abgesehen. 







ich ließ mich fangen
von der weißen stille
und legte all mein drängen
in den eisig kalten schoß


lautlos verhallen
worte, schwüre, strophen
das längst gebrochene
ist hier bedeutungslos


der eiswind kühlt
die wunden, alte narben
sanft mahnt der frost
zum blick nach innen


zeit dehnt ins endlos sich
licht blendet, tröstet, füllt
lehrt schweigen, bleiben
annehmendes besinnen


und als kein vers, nicht eine silbe
schreibbar, fühlbar ist
verheißt gewissheit heller ton
hier kann ich neu beginnen


veredit©isabella.kramer12





Und das Auge schärft sich wieder für Strukturen und Konturen. Muster werden mit einem Male deutlich und profane Dinge verwandeln sich in kleine Kunstwerke. 





Im Garten befinden sich mal wieder gefühlt sämtliche Spatzen Norddeutschlands und der Lärm, den sie bei ihren gemeinsamen Mahlzeiten veranstalten, hat so gar nichts mit erwähnter Stille zu tun. Sie scheinen sich stets viel zu erzählen haben. 




Die drei Spatzen

In einem leeren Haselstrauch
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.

Der Erich rechts und links der Franz
und mitten drin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber da schneit es, hu!

Sie rücken zusammen, dicht an dicht.
So warm wie der Hans hat's niemand nicht.

Sie hören alle drei ihrer Herzlein Gepoch
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.


- Christian Morgenstern, 1871 - 1914





Der Raureif und der Schnee hielten sich ja einige Tage lang, und was auf dem Weg zur Arbeit sehr beschwerlich war, zeigte sich im Garten von seiner allerschönsten Seite. 








Die frostfesten Gartenkeramiken erfreuen nicht nur mich zu jeder Jahreszeit, sondern auch die Vögel lieben es, diese anzufliegen und sie als Ausguckspunkte zu nutzen. 




Die Christrose

In der schweigenden Welt, 
Die der Winter umfangen hält, 
Hebt sie einsam ihr weißes Haupt; 
Selber geht sie dahin und schwindet 
Eh’ der Lenz kommt und sie findet, 
Aber sie hat ihn doch verkündet, 
Als noch keiner an ihn geglaubt.


Johannes Trojan, 1837 - 1915






Zum Ende gesellte sich auch noch Nebel zum Schnee, leider waren die Straßen spiegelglatt, sodass ich meine Fotografierlust etwas eindämmen musste. 





Fürs Erste ist die weiße Pracht ja vergangen und unserer Ausflugslust steht nunmehr nichts im Wege. 


Ich wünsche Euch eine schöne Woche. 

Winterliche Grüße, 


isabella 


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Die Katzen sind Katzen, Januar Schnee und ein, zwei Zwerge

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Die Katzen sind Katzen, kurz gesagt, und ihre Welt 

ist die der Katzen, von einem Ende zum andern.

- Rainer Maria Rilke




Längs, quer oder seitlich gelegt, Hauptsache ganz nah und bitte völlig bewegungslos, sonst könnte es der Katze ja ungemütlich werden und ich bin dankbar, dass es so ist! 




Nun, ich weiß nicht, ob ich durch das Zusammenleben mit meinen Katzen und ihrer besonderen Vorliebe fürs absolute Abhängen zum Couch-Potato geworden bin, oder ob ich es sowieso in mir hatte und die Katzen nur ein Alibi sind, schließlich brauchen sie meine Nähe und die lässt sich nun mal auf einem bequemen Sofa am allerbesten herstellen. Ich schätze diese Art der Entschleunigung jedenfalls sehr.




Neige ich doch trotz fortgeschrittenen Alters immer noch zu praktizierter Selbstüberforderung aufgrund einer Vielzahl mir selbst gestellter Aufgaben. Da ist es hilfreich, mal ein Weilchen auf dem Sofa "festgenagelt" zu werden. 




Aber es ist, wie es ist, und das ist unser tägliches Morgenritual, ausgiebig und total entschleunigend. 




Silvesternacht war übrigens total gruselig, obwohl es Coralie in ihrer Jugend überhaupt nicht gestört hat. Ob es das jugendliche Alter oder die Anwesenheit ihrer Mutterersatz-Mitkatze Xenia war, die ihr damals diese Ruhe und Gelassenheit gegeben hat, oder die Tatsache, dass wirklich immer mehr, länger und vor allem auch viel lauter um uns herum gefunkt, gekracht und geböllert wird, keine Ahnung. Jedenfalls hat sie sich sehr gefürchtet und war durch und durch verstört, sodass ich sie bis 01:00 bei mir auf dem Schoß hatte. Wir haben in unserem Leben, mit oder ohne Katze, keine einzige Rakete in den Himmel entlassen. 




Wenn Coralie dann schon mal unterwegs ist und ihren Dauerschlaf unterbricht oder die Spielunlust (der wird nämlich ausschließlich des Nachts gefrönt!) hat, ist sie absolut aufs Fressen bedacht. Frauchen könnte sie ja eventuell vergessen und sie müsste schnöde verhungern. 





Zu ihrem großen Glück gibt es seit einigen Monaten einen Futterautomaten und der ist immer pünktlich, auch wenn die Portionen etwas klein ausfallen.




Im Augenblick verpassen wir ja auch nicht viel. Die Straßenverhältnisse sind nicht gerade dazu angetan, Ausflüge zu unternehmen. Wir fahren nur,  wenn es wirklich notwendig ist. 




Die Norddeutschen sind so richtige Winter mit viel Schnee nicht mehr gewohnt und das Autofahren wird dann rasch zum Abenteuer.



Man muss schon genau hinschauen, um zu erkennen, dass dies keine Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind. So ein bisschen schimmert die Weihnachtsdeko im verschneiten Garten noch durch. Die kommt erst weg, wenn es nicht mehr so feucht und kalt ist. 


⋆𐙚❅*°⋆❆.ೃ࿔*:


Dankbar bin ich auch jeden Winter bei Schneefall für den Bauerngarten und seine bezaubernde Struktur. Das Auge will ja auch im Winter erfreut sein und genau das ist hier der Fall. 



Leidenschaften machen uns
zu Riesen oder zu Zwergen.

Peter Sirius, 1858 - 1913


Nun, ich jedenfalls habe mich wie ein Riese gefühlt, als ich nach fast 20 Jahren mein Stickzeug vom Boden geholt habe und der Leidenschaft nachgegeben habe, das Wichtel ABC (im Bilderrahmen im Hintergrund zu sehen!!!) angefangen und in Sage und Schreibe 4 Wochen auch beendet habe. Ich hätte nie erwartet, dass mir das noch einmal so viel Freude bereitet hat. 




Zum Abschluss noch einen Abendblick, diesmal aus dem Giebelfenster nach Norden raus. Es hat einfach so unwiderstehlich märchenhaft ausgesehen, das wollte ich Euch doch nicht vorenthalten. 

Ich hoffe, Ihr seid alle gut und gesund ins neue Jahr gekommen, lasst Euch nicht völlig vom Wintereinbruch in Nordeuropa überwältigen und macht einfach das Beste aus dem jungen Januar. 


⋆𐙚❅*°⋆❆.ೃ࿔*:

Schneebestäubte Grüße aus Norddeutschland,

isabella



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