Hallo lieber Gast

Hallo lieber Gast, willkommen in den klaren Weiten im Norden Deutschlands, begleite mich auf meinen Pfaden durch die Natur, Ausflügen und Reisen, auf der Suche nach Ruhe und Anregung. Entdecke mit mir Linien und Freiräumen, die die Perspektiven, die Vielfalt der Farben und Formen dieser Welt und unserer Natur uns bieten und genieße Momente der Nachdenklichkeit, Poesie und philosophischen Worte großer Dichter und Denker, manchmal auch meine eigenen lyrischen Texte dazu.

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" Ich muss mich ganz im Stillen mit meiner Außenwelt reiben,. sonst werde ich untauglich für die Welt."

- Paula Modersohn-Becker

Mein Norden - Bad Harzburg und Goethe

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Der Harz ist nur knapp 1,5 Autostunden von uns entfernt. Das ist von unserer Lage her eine der schönsten Seiten, dass wir sozusagen mitten zwischen Bergen und Meer wohnen. Denn auch an die Nord- oder Ostsee ist es nur unwesentlich länger zu fahren. Und ebenso wie beim ersten Blick auf die Alpen, freue ich mich jedes Mal ganz besonders, wenn am Horizont die Silhouette des Harzes auftaucht. 





Sieh rings um Dich! sieh hin und her,
Die Welt ist nicht an Freuden leer,
Wir dürfen nur genießen!


Georg Christoph Anton Wagenseil, 1715 - 1777





Unser heutiges Ausflugsziel ist der charmante kleine Kurort im Nordharz, Bad Harzburg. 




Die Kleinstadt hat 19.500 Einwohner und liegt am Nordrand des Harzes. Im Nationalpark Harz, der direkt hinter der Stadtgrenze von Bad Harzburg beginnt, erwarten Wanderer rauschende Wasserfälle, beeindruckende Stauseen, bizarre Granitklippen und dichte Fichten- und Buchenwälder. 





Die Stadtchronik von Bad Harzburg

Das Alte Salzwerk unter der Harzburg



Die Ursprünge des Heilbades unter dem Großen Burgberg im Teil der Radau reichen bereits weit über 1000 Jahre zurück. Dort stand auf einer heidnischen Kultstätte eine große Statue, der Götze KRODO. Er galt als Gott der Ur- und Lebenselemente, Sinnbild der Gesundheit und Fruchtbarkeit. Dies war sicher die beste Grundlage für das spätere Heilbad. Der Sage nach veranlasste 'Karl der Große' persönlich, im Jahre 780, den Sturz dieses Standbildes und errichtete dort eine christliche Kapelle.




Zerstörung der Krodostatue (Wandbild Kaiserpfalz Goslar)


Ferner ist es über 925 Jahre her, dass Kaiser Heinrich IV. auf Anregung seines Ratgebers, des Erzbischofs Adalbert von Bremen, unter der Leitung des Bischofs Benno von Osnabrück die Harzburg zur Festigung seiner Macht in Sachsen errichten ließ. Dies dauerte von 1065 bis 1068. Die uneinnehmbare Burg diente zugleich als Schutz für die Kaiserpfalz in Goslar und den silber- und goldhaltigen Rammelsberg, als kaiserliche Residenz und als Sitz des Kollegiatstiftes, das der Kaiser zu einer Schule für geistliche Würdenträger und Reichsbeamte auszubauen plante.

Über die Kaiserpfalz habe ich hier schon einmal berichtet! 




Im Jahr 1569 wurden die Weichen für das heutige Bad Harzburg neu gestellt. Am Fuße des Berges wurde eine Solequelle entdeckt, auf deren Grundlage die Saline Juliushall gegründet wurde, um das Gold der damaligen Zeit zu schürfen. Der Namensgeber Herzog Julius, der seinerzeit nach geschichtlicher Überlieferung als großer 'Staatsmann unter dem braunschweigisch-wolfenbüttelschen Oberhäuptern' regierte (1563-1589), würde sich sicherlich gewundert haben, hätte er erleben können, was aus seinem Salzbergwerk knapp 250 Jahre später geworden ist.



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1820 wurde die Sole erstmals in Solebädern verwendet. Nach der Stillegung der Saline 1851 entstand Bad Juliushall, wobei das gleichnamige Kurhotel in den alten Salinengebäuden eingerichtet wurde. Diesen großen Aufschwung verdankt Harzburg der Initiative des herzoglich braunschweigischen Geheimen Legationsrates Philip August von Amsberg, einem Urgroßonkel des Gemahls der Königin Beatrix der Niederlande, seines Zeichens Finanzdirektor. Auf sein Betreiben hin wurde von 1837 bis 1841 Deutschlands erste Staatseisenbahn von Braunschweig über Wolfenbüttel nach Harzburg gebaut. Damit war der Aufstieg von Harzburg eingeleitet.





Der weitsichtige Mann schuf eine Reihe von Einrichtungen, darunter die Grünanlage 'Unter den Eichen', das Kernstück eines Kurparks, ein ausgedehntes Kurwegenetz, verschiedene Waldwirtschaften und den 'Radauwasserfall'. Mit seiner Mitwirkung wurde 1868 die Harzburger Aktiengesellschaft gegründet, die anschließend das 'Hotel Harzburger Hof' und das Kurhaus errichten ließ. Beides ist am 01. Juni 1874 mit viel Pomp und Prominenz eröffnet worden. Und 1892 war es dann so weit: Am 27. Mai erteilte das herzoglich braunschweigisch-lüneburgische Staatsministerium die Genehmigung, die Gemeinde Neustadt-Harzburg künftig Bad Harzburg nennen zu dürfen.




Heute, fast 120 Jahre später, gehört Bad Harzburg zu den schönsten Binnenbädern Norddeutschlands.
Das ehrwürdige staatlich anerkannte Sole-Heilbad mit seinen alten Pensionshäusern und seinen grünen Kurparks ist nach wie vor gesellschaftlicher und kultureller, aber auch gesundheitlicher Mittelpunkt des Harzes.




Natürlich gibt es auch ein eigenes Mineralwasser, und ich muss sagen, es ist ein wirklich köstliches Getränk. Ich trinke wirklich gern und viel Mineralwasser und bin da durchaus eigen, was den Geschmack angeht, aber dieses kann ich aufrichtig empfehlen. 




Durch Bad Harzburg fließt die Radau. Der rund 21 Kilometer lange Gebirgsfluss entspringt im Hochharz bei Torfhaus, durchquert als idyllischer Bach das Radautal, passiert den bekannten Radau-Wasserfall und fließt direkt in Süd-Nord-Richtung durch das Stadtgebiet, bevor er bei Vienenburg in die Oker mündet. 





Das stetige Plätschern und Gurgeln verleihen der Stadt einen ganz besonderen Reiz. 





Die Stadt ist geprägt von prächtigen Villen und historistischen Gebäuden aus der Zeit des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. 




Und wenn mich am Tag die Ferne

Blauer Berge sehnlich zieht

Nachts das Übermaß der Sterne

Prächtig mir zu Häupten glüht:


Alle Tag' und alle Nächte

Rühm ich so des Menschen Los;

Denkt er ewig sich ins Rechte,

Ist er ewig schön und groß.


Johann Wolfgang von Goethe






Der schöne Juli ist nun fast um, und uns erwartet hoffentlich kein so heißer August. Die Abkühlung der letzten Woche hat richtig gutgetan, und Unerledigtes konnte aufgearbeitet und Neues angelegt werden. Davon aber mehr in den nächsten Wochen. 





Nun wünsche ich euch allen ein wunderbares letztes Juli-Wochenende.


Eure, 

isabella 



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