Hallo lieber Gast

Hallo lieber Gast, willkommen in den klaren Weiten im Norden Deutschlands, begleite mich auf meinen Pfaden durch die Natur, Ausflügen und Reisen, auf der Suche nach Ruhe und Anregung. Entdecke mit mir Linien und Freiräumen, die die Perspektiven, die Vielfalt der Farben und Formen dieser Welt und unserer Natur uns bieten und genieße Momente der Nachdenklichkeit, Poesie und philosophischen Worte großer Dichter und Denker, manchmal auch meine eigenen lyrischen Texte dazu.

Schön, dass Du Dir die Zeit genommen hast - wunderbar, Dich hier zur wissen!

" Ich muss mich ganz im Stillen mit meiner Außenwelt reiben,. sonst werde ich untauglich für die Welt."

- Paula Modersohn-Becker

nur einmal

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Schau zweimal, um richtig zu sehen.

Schau nur einmal, um das Schöne zu sehen.


- Henri-Frédéric Amiel 1821 - 1881





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Barocker Herbst - Schloss Hundisburg

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In Sachsen-Anhalt prägen historische Bauwerke das Land. Weithin sichtbare Höhenburgen, weitläufige Schlossanlagen und romanische Zeugnisse aus der Zeit der Ottonen stehen dicht beieinander. Ihre Mauern erzählen von Jahrhunderten der Veränderung, vom Leben unter wechselnden Herrschaften und vom Wandel architektonischer Stile.


Zwischen Harz, Saale und Elbe begegnet man Orten, an denen Geschichte nicht nur sichtbar bleibt, sondern erfahrbar wird. Viele wurden behutsam restauriert, andere bewahren ihren ursprünglichen Zustand – mit sichtbaren Zeichen vergangener Epochen. Gemeinsam bilden sie ein Netz aus Spuren, das weit zurückreicht – bis in die Anfänge des mittelalterlichen Reichs.




Unser heutiges Ziel ist Schloss Hundisburg, das am Nordrand der Magdeburger Börde liegt. Die Wurzeln und Ursprünge des Schlosses reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. Erste urkundliche Erwähnung im Jahr 966 als Hunoldesburg. Im Mittelalter diente die Anlage als Grenzfeste des Erzbistums Magdeburg. 

weiterführende Unterseiten! 


Der Wirtschaftshof der Burg ist wie durch ein Wunder fast unversehrt erhalten. 



Schon in frühester Zeit hatte die Burg einen ihrer hochrangigsten Besucher mit Kaiser Otto IV. der 1214 die Burg belagerte. 

1472 gelangte die Burg in den Besitz der Familie Alvensleben und verblieb für fast 360 Jahre in ihrem Besitz. 1566 - 1602 baut Ludolf X von Alvensleben die Hunoldesburg zum Renaissanceschloss aus. Parallel dazu wird der sogenannte Alte Lustgarten vor dem Magdeburger Tor neu angelegt.




Das Innere des Schlosses konnten wir leider nicht besichtigen, da es nur an Sonntagen für die Öffentlichkeit zugänglich ist, es sei denn, man hat eine private Führung vereinbart. Was wir leider nicht hatten. 



So trösteten wir uns mit einem ausgiebigen Rundgang durch die barocke und prachtvoll restaurierte Parkanlage, die zu den ältesten klassisch-französischen Gärten Deutschlands zählt. Auch sie wurde ab 1699 von Hermann Korb für Johann Friedrich II. von Alvesleben angelegt. 

Leider kann man auch hier bereits, die Auswirkungen und Schäden des Buchsbaumzünselers deutlich erkennen. Für die mühevoll wiederhergestellte Barockanlage ist es wirklich ein Jammer und ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum nicht mehr dagegen getan wird. Ich habe selbst seit über 20 Jahren einen Buchs-Garten und weiß, dass es zwar nicht einfach, aber möglich ist, ihn zu erhalten. 





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Apropos Besuch, in dem nur noch knapp mit Wasser gefüllten zentralen Springbrunnen saß ganz ohne jede Scheu ein Frosch und träumte vom vergangenen Sommer.






Ein Frosch

Ein Frosch – denkt Ihr, der sei gewöhnlich?
Doch dabei habt Ihr weit gefehlt.
Denn es ist, wie im richtigen Leben,
wo nicht nur äußere Schönheit zählt.



Mit goldnem Krönchen er regiert,

oft ganz versteckt im Märchenwald,
verwunschne Quellen, reich verziert,
wo Nymphen oder in Gestalt


von Nixen Zauberwesen leben.

Uns gut bekannt aus Kindertagen.
Sie sollen Träumen Hoffnung geben.
Wird uns erzählt in alten Sagen.


In manchen Fröschen wir vermuten,

hält sich ein kleiner Prinz versteckt.
Der wendet alles dann zum Guten,
erfüllt manch edlen anderen Zweck.

Und drum sind Frösche nicht banal,

nicht glitschig, grün und oft auch feucht,
sie haben auch in großer Zahl
versteckte Werte, wie es deucht!









Weiter mit noch ein wenig Schloss-Geschichte:

1630 gegen Ende des 30-jährigen Krieges ist das Schloss so in Mitleidenschaft gezogen worden, dass es nicht mehr bewohnbar ist, wird bis 1654 allerdings wieder aufgebaut. 






In der Zeit von 1693 - 1712 lässt Johann Friedrich II. von Alvensleben Schloß Hundisburg nach dem Vorbild Salzdahlums in ein grandioses Barockschloss verwandeln. Bauausführender Architekt ist der Braunschweiger Landbaumeister Hermann Korb. Ihm ist auch zu verdanken, dass der mittelalterliche Teil der Burganlage nicht abgerissen wurde, sondern geschickt in das neue Erscheinungsbild einbezogen wurde. Der markante Südturm erhielt dabei im Jahr 1659 seine charakteristische „welsche Haube“ (Zwiebelhaube), die das Schlossbild bis heute prägt.
  




Berühmte Besucher der unter Aufsicht des Landbaumeisters Herman Korb gestalteten Räume waren u.a. die Preußenkönige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. Auch Leibniz durchschritt einst das Corps de logis, dessen barocke Raumfolge durch einen verheerenden Brand nach der Einquartierung sowjetischer Truppen im Jahr 1945 weitgehend zerstört wurde. Die Wirtschaftsgebäude  blieben verschont und dienten in der DDR einem volkseigenen Gut. Trotz einiger Versuche in den 1960er Jahren, die Gebäude zu sanieren, verfiel das gesamte Anwesen.




Mit der Wende beginnt eine fruchtbare Umbruchzeit, in der der Wiederaufbau des Schlosses und die Rekonstruktion des Barockgartens eingeleitet werden können und die in der Übernahme von Schloss und Garten Hundisburg in das Eigentum der Stadt Haldensleben 1995 mündet. 1993 wird die erste Sommermusikakademie aus der Taufe gehoben.






In den letzten 20 Jahren ist das bemerkenswerte Innere des Schlosses generalsaniert worden und soll, laut Broschüren im alten Glanz erstrahlen. Wir werden es sicherlich in den nächsten Jahren selbst in Augenschein nehmen. 






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Ich bin immer, auch im Leben, für Ruhepunkte.
Parks ohne Bänke können mir gestohlen werden.

- Theodor Fontane, 1819 - 1898








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Nun, Bänke zum Ausruhen und Genießen gibt es reichlich in dieser schönen Anlage. Und so lassen wir den Tag vor der Heimfahrt noch entspannt ausklingen. 






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Die Ruhe, die der Geist genießt, wenn er sich selbst gemäß leben darf,

 ist das einzig wahre, unzerstörbare Glück.


- Malwida von Meysenbug, 1816 - 1903




Mit einem letzten Rosengruß und dem verheißungsvollen Blick auf das schöne Türdetail möchte ich diesen Post beenden. 

  



Soviel zu diesem neuerlichen Burg-, bzw. Schlossbesuch in unserem Nachbarbundesland Sachsen-Anhalt. Und es gibt noch so viel mehr zu erkunden und zu entdecken. 


Herzlichst eure, 


isabella 



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Wert

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Nicht was wir sehen, wohl aber wie wir sehen,
 bestimmt den Wert des Gesehenen.


- Blaise Pascal, 1623 - 1662





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Kloster Insel Reichenau - Bodensee

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Wir sind sehr gern im Herbst am Bodensee. Alles ist üppig, Licht und Farben sind wundervoll und herrliche Restaurants und Weinstuben locken. An diesem Oktobertag hatten wir beschlossen, uns endlich einmal die Insel Reichenau anzuschauen. Sie ist die größte Bodenseeinsel, UNESCO-Welterbe, Naturparadies und Schlaraffenland. 


Die markante Pappelallee am Damm zur Insel Reichenau ist schon aus der Ferne zu erkennen. Da wir von Konstanz kamen, fuhren wir durch das äußerst beeindruckende Teilstück, an dem die Pappeln über 1300 Meter lang stehen.  Napoleon III., der auf dem der Reichenau gegenüberliegenden Schloss Arenenberg in der Schweiz seine Jugend verbrachte, ließ diese Allee anlegen. Vor dem Bau des Damms war die Reichenau eine echte Insel, die bei Hochwasser nur per Boot erreichbar war. Bei Niedrigwasser existierte jedoch eine Untiefe, die bereits seit der Römerzeit und im Mittelalter teils mit Pferden durchwatet werden konnte







Mächtige deutsche Pappel

Vor meinem Fenster steht ein Baum,
Ich sah ihn manche Jahre grünen.
Das Leben steigt, das Leben fällt,
Was kümmert das den alten Hünen.

Im Herbst, da taumeln nach und nach
Müde die Blätter von den Zweigen.
Doch schlägt die Drossel, dann erwacht
Der Winterwald aus Schlaf und Schweigen.

Und wieder Herbst. Es stirbt das Laub,
Das noch vor Wochen sommergrüne;
Doch nächstes Jahr, im Ostertraum –
Was raunt der alte finstre Hüne?

Detlev von Liliencron, 1844 - 1909





Als Allererstes wollten wir uns natürlich das weltberühmte Inselkloster der Reichenau in Mittelzell anschauen. Das Benediktinerkloster wurde im Jahr 724 vom Wanderbischof Pirmin gegründet. Laut der Gründungsurkunde brachte er 40 Mönche mit auf die Reichenau. 




Später entwickelte sich diese unter Abt Waldo zu einem karolingischen Kloster, das von den fränkischen Hausmeiern und Königen umfassende Unterstützung erhielt. Das Kloster Reichenau wurde zu einem der bedeutendsten religiösen, politischen und kulturellen Zentren des Mittelalters. Vor allem in den dortigen Bibliotheken bewahrte man das Wissen der Menschheit auf. Auf Reichenau wurde zudem der berühmte und detailgetreue Klosterplan angefertigt, der sich mittlerweile in St. Gallen befindet. Auch der erste Ratgeber zum Thema Gartenbau, der sogenannte "Hortulus" von Abt Walahfrid Strabo, ist auf der Insel entstanden. Des Weiteren gelangte das Kloster aufgrund der hier entstandenen Reichenauer Buchmalerei des 10. und 11. Jahrhunderts zu weltweiter Berühmtheit.

 



Ab 1540 unterstand die Abtei dem Priorat des Konstanzer Bischofs. 1757 wurde sie im Rahmen der Säkularisation nach dem Reichsdeputationshauptschluss aufgelöst. 1803 verließen die letzten Mönche die Insel Reichenau. Heute sind in den einstigen Klostergebäuden das Pfarrhaus, das Rathaus der Gemeinde Reichenau sowie die Weinkelterei des ortsansässigen Winzervereins untergebracht. Die Buchmalerei des Klosters wurde 2003 in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen.







Ein kleiner Einblick in die meditative Atmosphäre des Klosterhofs, der sich in den Sommermonaten in einen kulturellen Treffpunkt verwandelt. Jetzt, an diesem Herbstmorgen, strahlte er aber eine magische Stille aus. 

Das Münster St. Maria und Markus empfing uns mit einer nicht minder einzigartig wundervollen Stimmung. Einstmals Klosterkirche ist es heute die katholische Pfarrkirche. 




Die dreischiffige Basilika besticht vor allem durch ihr romanisches Westwerk und einen beeindruckenden schiffsförmigen, normannischen Dachstuhl. 




Der hohe Chor wurde in der Spätgotik ergänzt und von den Bemalungen geht eine unglaublich starke Stimmung aus. 




তততততততততততত




Das hohe Göttliche, es ruht in ernster Stille;
Mit stillem Geist will es empfunden sein.



Friedrich von Schiller, 1759 - 1805





  
Anlässlich der 1.300-Jahr-Feier des Klosters erhob Papst Franziskus das Münster im April 2024 zur Basilica minor.





Die Reichenau hat noch eine Menge mehr an Sehenswertem zu bieten, das wir uns für weitere Besuche aufheben. 







Pausen müssen natürlich auch sein und die Kulinarik wird in dieser herrlichen Region ganz großgeschrieben. Ob kleiner Imbiss oder Gänge-Menü, hier schmeckt einfach alles wunderbar. Sie man dann noch so liebevolle Dekorationen auf den Tischen, weiß man, hier ist jemand wirklich mit ganzem Herzen Gastronom.







Das Oktoberwetter war vom Allerfeinsten an diesem Tag und lud ein, noch einmal im Freien zu essen. 









Gleich hinter der beeindruckenden Kirche bot sich uns dieser bezaubernde Blick auf das pittoreske am Seeufer gelegene Gebäude, der uns neugierig machte. Es ist das Schloss Windegg, das auch liebevoll „S' Bürgle“,  „Birgle“ oder „Bürglin“ genannt wird. Es befindet sich im Ort Niederzell und wurde im 14. Jahrhundert als klösterliches Gästehaus erbaut. Im Jahr 1417 soll Papst Martin V. nach seiner Wahl beim Konstanzer Konzil hier zeitweise gewohnt haben. Im 17. Jahrhundert wurde es zeitgemäß umgebaut. Es ist heute ein Freizeitheim und Tagungshotel.





Das Glück zu haben ist Himmelsgunst; –
Es recht zu genießen ist Menschenkunst.



Albert Roderich, 1846 - 1938








Habt einen lichtgefüllten, bunten und glücklichen Oktober, mit lieben reiselustigen Grüßen



Isabella




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Perfect September

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All the months are crude experiments, out of which
the perfect September is made.


-Virginia Woolf









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≽ܫ≼






Wishing you all a cozy and colorful autumn filled with joy and warmth.

Yours,

isabella



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a whispered tale - Rosen und Dichter

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A September rose, still blushing bright, 
Holds summer's warmth in fading light. 
Its petals soft, yet touched with gold, 
A whispered tale of seasons told."


— Christianson's Nursery





mehr aus dieser Serie: "Rosen und Dichter" findet ihr hier! 


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Mein Norden - Heidenacht

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Heidenacht

Wenn trüb das verlöschende letzte Rot
Herschimmert über die Heide,
Wenn sie liegt so still, so schwarz und tot,
so weit du nur schauest, die Heide,
Wenn der Mond steigt auf und mit bleichem Schein,
Erhellt den granitnen Hünenstein,
Und der Nachtwind seufzet und flüstert darein
Auf der Heide, der stillen Heide. –

Das ist die Zeit, dann mußt du gehn
Ganz einsam über die Heide,
Mußt achten still auf des Nachtwinds Wehn
Und des Mondes Licht auf der Heide:
Was nie du vernahmst durch Menschenmund,
Uraltes Geheimnis, es wird dir kund,
Es durchschauert dich tief in der Seele Grund
Auf der Heide, der stillen Heide.



Hermann Allmers, 1821 - 1902







Bei diesem abendlichen Besuch bei der Oldendorfer Totenstatt sind recht viele Bilder entstanden, die jedes für sich genommen ganz besonders sind. So werde ich mich vorerst auf jeweils einzelne, wenige Fotos zur Veröffentlichung beschränken und hoffe auf euer Verständnis. 


Es liegt schon viel Wehmut in diesen Septembertagen, der Sommer will doch recht früh uns verlassen. 


Liebe Grüße


isabella



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