Mein Norden - Oktoberlied

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Oktoberlied

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!

Und wimmert auch einmal das Herz –
Stoß an und laß es klingen!
Wir wissen's doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.

Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen!


Theodor Storm, 1817 - 1888




Skywatch Friday 




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Kommentare:

  1. Ein wunderschönes Foto zu dem Gedicht von Storm. Niemand hat den Norden so schön beschrieben wie er.

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    1. Ja, er hatte ihn im Blut. Wir waren in seinem Haus in Husum und es hat sich wirklich absolut gut angefühlt, durch seine Gefilde zu streifen. Die Liebe zum Norden und zur Lyrik teilen wir ja ...

      Ganz lieben Dank fürs Vorbeischauen und deinen so wunderbaren Kommentar. Hab einen herrlichen Sonntag.
      Alles Liebe
      isabella

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