Rosen und Dichter, IX

.





 
Rose, komm! der Frühling schwindet,
Veilchen haben dich verkündet,
Maienblumen starben hin;
Öffne dich beim Lustgetöne
Dieser Fluren; komm o schöne
Holde Blumenkönigin !

Als du kamst im ersten Lenze,
Hingen tausendfache Kränze
Schon um Anger, Berg und Tal;
Ufer lockten, Wälder blühten,
Pomeranzen-Haine glühten
Weit umher im Sonnenstrahl.

Und du gingst mit leisem Beben
Aus der zarten Knosp' ins Leben;
Erd' und Himmel neigten sich;
Und es huldigten die Wiesen;
Nachtigallenchöre priesen,
Alle Nymphen liebten dich.

Goldne Schmetterlinge schlugen
Froh die Flügel; Winde trugen,
Wo die Luft in Jubel war,
Deinen Balsam; Herzen pochten
Dir entgegen; Mädchen flochten
Unter Perlen dich ins Haar.






 Johann Georg Jacobi, 1740 - 1814

.

1 Kommentar:

  1. Schöne worte und photo....... gafällt mir sehr gut.

    Liebe Grüsse, Joop

    AntwortenLöschen

Your comments are greatly appreciated! Absolutely everyone is important to me and is read carefully and generally (in most cases) any questions answered. Your contributions and interactions keeps my blog and the joy with it vivid.



Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...